Drei Stunden Zugfahrt in der Holzklasse (mit Blick auf die Super-Deluxe Polsterklasse für den selben Preis, aber belegt) brachten uns in die kleine Küstenstadt Prachup Khiri Khan. Die Stadt ist sehr klein und gemütlich, somit lag unser Hostel (Maggies Homestay) nur einen kurzen Fußweg vom Bahnhof entfernt, den wir mit einem lustigen Franzosen teilten. Ein wirklich freundliches und einladendes Hostel, mit frei verfügbarer Küche im Garten.
Besonders toll war, dass der Morgenmarkt nur zwei Ecken entfernt war. Nach einem Monat Thailandreise hatten wir endlich unsere erste Küche, die wir direkt ins Herz schlossen. Reichlich Küchenutensilien, zwei Kühlschränke und zwei Gasplatten. Der Riesenmörser hat sofort unser Herz erobert, da in der Thai-Küche die Gewürze, also auch Chili Schoten und Knoblauch, im Mörser zerstoßen werden. Dazu kommt auch oft reichlich frische Limone.
Alsbald machten wir uns also auf unser erstes "Thai" Gericht zuzubereiten.
Tada! Nachdem wir ewig nach Kokosmilch gesucht haben und uns schließlich für Kokosmilch aus dem Tetrapack von 7-11 entschieden hatten, versuchten wir auf dem Morgenmarkt noch eine Kokosmilch in der Dose zu bekommen. Mit dem Smartphone und einem Wörterbuch Englisch-Thaischrift darauf begaben wir uns auf die Suche und wurden prompt zu einem Stand gewiesen. Zu unserem Staunen wurde die Kokosmilch hier direkt frisch hergestellt. Diese trug dann dazu bei, dass unser Essen uns besonders geschmeckt hat.
Die kleinsten Tomaten bisher in Thailand.
Den nächsten Morgen regnete es ganzschön, sodass wir bis Mittags nichts anderes zu tun hatten als dem Regen zuzusehen, die Hostel-Katzen zu streicheln und heißes Malz zu schlürfen. Immerhin ist das Rezeptionsbüro trocken geblieben.
Beim ersten Sonnenschein griffen wir uns mit zwei weiteren Leuten aus dem Hostel ein Fahrrad und fuhren an einen Nahe gelegenen Strand. Komischerweise liegt dieser Strand im Gebiet einer Airforce (Wing 5) Basis des thailändischen Militärs. Diese ist aber mehr Disneyland als Armeebasis. Dinos, Cowboybar und Bogenschießen sind bekanntlich in jeder Kaserne aufzufinden.
Verlässt man die Basis auf der anderen Seite kommt man einen Tempel, nichts überwältigendes.
In vielen Reiseführern ist die Rede von freundlichen Affen, die einen sehr behutsam das Essen aus der Hand nehmen die Rede. Als wir in der Basis umher fuhren und uns an die beschriebene Stelle begaben, fragten wir einen Soldaten in der Nähe wo denn die Affen seien. Er versicherte uns bestens, dass es hier "no monkeys" gäbe. Zehn Meter weiter sahen wir sie bereits auf den Bäumen, Stromkabeln und Dächern herumturnen. Unsere zwei Begleiter verfütterten einige Bananen an die sich wirklich vorbildlich benehmende Affenbande. Nunja, wir haben nichts verfüttert da es die Affen in wütende Bettler verwandelt, wie man in Thailand vielerorts erleben kann.
Unser zweites Abendmahl.
Am nächsten Tag ein morgendlicher Fruchtshake, hier aber nur die billig Früchte in Thailand, keine teuren Äpfel. Banane, Ananas und Papaya. Eigentlich sind alle Früchte ausser Äpfel und Trauben billig.
Am Nachmittag fuhren wir wieder in die Airforce Basis um im angenehm warem Meer zu baden. Abends luden wir unseren französischen Freund, Cesar, zum gemeinsamen Kochen ein. Reichlich Gemüse, dazu wieder frische Kokosmilch, frischer Tofu in reichlich fett eingelegt und geschmort.
Mit dem ganzen Fett ein wahrer Gaumenschmaus.
Als Nachtisch servierte uns Cesar karamelisierte Bananen. Diese waren sehr heiß, ein Exemplar steckten wir in das Eisfach. Vergessen fror es vor sich hin, bis wir uns erinnerten und die mittlerweile eiskalte Banane probierten. Lecker Kühlschrank. Angeekelt wollten wir sie nicht mehr essen und boten sie Cesar an. Begeistert verschlang er die Banane, "it's good!', bis sich sein Gesichtsausdruck schlagartig in angewidert wandelte. "this is disgusting!". Immerhin wurde nichts weggeworfen.
Nach zwei recht faulen Tagen war es wieder Zeit etwas zu unternehmen. Wir liehen uns einen Motorroller und fuhren damit die gut 40 km thailändische Landstraße entlang, reichlich Schlaglöcher und rasende LKW's waren natürlich mit dabei. Unser Ziel war der Khao Sam Roi Nationalpark, darin die Phraya Nakhon Cave. Von der Südroute fuhren wir in den Nationalpark, wobei ein Schild uns auf 500 Baht Parkgebühr hinwies. Da Niemand zu sehen war gaben wir Gas und wurden auch nicht weiter behelligt. Die Mehrzahl der Touristen kommt aus dem Norden von Hua Hin, nochmal Schwein gehabt. Wir habens auch nicht bereut, der Großteil des Nationalparks bestand sowieso nur aus Shrimp-Farmen.
Der Khao Sam Roi bietet das größte Sumpfgebiet Thailands und ist daher ein guter Punkt um viele verschiedene, wunderschöne Vögel zu erspähen.
Tierzucht im Nationalpark?
Nach der Rollerfahrt durch malerische Karstgebirge (und vorbei an stinkenden Shrimp-Farmen und mehreren Kuhherden) erreichten wir die kleine Bucht, von welcher uns ein Boot zur Phraya Nakhon Höhle schippern sollte. Für einen Aufpreis entschieden wir uns noch ein paar kleine Inseln in der Nähe zu umrunden. Zusätzlich mussten wir noch 200 Baht Höhleneintritt hinblättern. Die Rundfahrt um die Inseln war aber wirklich schön, das hat sich gelohnt.
Zwischendurch stoppte der Motor, woraufhin unser äußerst mürrischer Seemann zum Bezinkanister griff.
Heimlich haben wir ihn auchnoch geknipst.
Als wir von Bord gingen verabschiedete sich unser Steuermann mit dem netten Satz "I come back in 2 Hours!" und raste mit laut knatterndem Motor davon. Wie aus einem Groschenroman dieser Kerl. Wir wateten also an Land und wanderten los in Richtung Höhle. Ein Schild wies uns darauf hin, dass diese nur ca 400 Meter entfernt liegt. Zwei Stunden also für diesen Weg und eine Höhle?
Der Weg entpuppte sich aber schnell als eine steile Treppe durch üppigen Urwald. Eine wirklich wunderbare, wenn auch anstrengende, Wanderung. Zum Glück waren wir mit reichlich Wasser versorgt.
Gut nassgeschwitzt hatten wir schließlich den Berg erklommen und blickten in eine kleine Höhle. Ein großes Loch in einem Berghang, wobei in der Decke ein kleines Loch war, durch welches im Sonnenlicht glitzerndes Wasser hinuntertröpfelte und sich in der Tiefe verlor.
Durch eine rutschige Treppe stiegen wir in diese Höhle hinab, wobei sich diese nur als Höhleneingang für eine größere Höhle entpuppte.
Während wir die Treppe hinabstiegen, wurden wir uns der Ausmaße dieser prächtigen Höhle erst bewusst. Ein gewaltiger Steinbogen überspannt den Durchgang, wobei in der Mitte ein Loch in der Höhlendecke prangt und das einfallende Sonnenlicht somit einen kleinen Wald in der Höhle ermöglicht. Für die Ausmaße der Höhle schaue man sich hier an, wie klein die Bäume im Vergleich zur Höhe der Decke wirken. Dabei liegen nochmal etliche Meter Stein über der Decke der Höhle, sodass man nur sehr kleine Bäume am Rande des Lochs erkennt, wenn man aus dem Loch in der Mitte herausschaut.
Nachdem wir uns der majestätischen Ausmaße dieser Höhle bewusst geworden waren sahen wir am Rand ein kleines Schild, welches erklärte, dass es sich hierbei wieder nur um eine Vorhöhle der eigentlichen Phraya Nakhon Höhle gehandelt hatte. Durch einen gewaltigen Felsspalt konnten wir diese erblicken.
Diese Höhle ist zweifelsohne einer der schönsten Orten den wir jemals besucht haben. Wirklick gigantisch, mit einem eigenen Wald, an welchem ein kleiner Tempel angrenzt und im Sonnenlicht glitzernden Regentropfen, die über die Lochkante fallen.
Eine gute Zeit hatten wir erwischt, die Sonne beleuchtete gerade eine einzelne Palme auf einem Hügel am Rande der Höhle. Der Rest lag in mystischem Dämmerlicht.
An dieser Stelle hat sich das Regenwasser, welches durch die Mineralien im Boden ätzend wird, einen kleinen Teich gefressen. Im Hintergrund ein blau glänzender Höhlenbesucher.
Das hiesige, grün bemooste Höhlenkrokodil.
Ein Ausschnitt aus dem kleinen Höhlenwäldchen.
Leider war es irgendwann Zeit den Rückweg durch die märchenhaften Stalagtitenformationen und Vorhöhlen anzutreten.
Die brennende Sonne und fehlender Schatten sorgten leider dafür, dass wir unsere Vogelpausen kurz halten mussten. Auf den Stromleitungen konnten wir hin und wieder einen Eisvogel entdecken. Einen Nashornvogel gab es auch zu sehen. Im Schatten einer verlassenen, verwüsteten Hütte aßen wir noch eine Packung Chips.
Am letzten Abend holten wir uns als Vorspeise einen fertigen Salat vom Nachmarkt, als Hauptgang dienten Reste vom Vortag und eine frische Thaipilz-Pfanne mit reichlich Petersilie. Diese entpuppte sich aber wieder mal als Koriander, war aber trotzdem sehr gut.
Hier ein Bild der Katzenmama die das Hostel mit drei Katzenbabys beglückte.

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