Im Minivan nach Chumporn schmiedeten wir eifrig Pläne für unsere Reise auf die einsame Insel Ko Payam. Wir hatten den Tip erhalten diese Insel im Westen anstelle der großen Golfinseln zu besuchen. Unser französischer Freund konnte uns aber durch Aussicht auf traumhaftes Korallenschnorcheln in den Riffen um Ko Tao 5 Minuten vor Ankunft überzeugen, ihn zu begleiten. Im Westen waren Stürme angesagt und der Lonely Planet sprach ebenfalls davon "Nemo" in den bunten Riffen um Ko Tao zu treffen. Eigentlich hätten wir es ja wissen müssen, woher der Franzose seine Information bezog...
Zuerst deckten wir uns mit reichlich, frischem Proviant ein und fuhren dann an den Hafen der Nachtfähre, am Rande der Stradt, wo wir 5 Stunden warteten.
Um 11 Uhr, also in tiefer Nacht, legte die Fähre mit Kurs auf Ko Tao ab. An Deck unter dem Sternenhimmel lauschten wir dem Freistil Seemannsgesang zum Spiel einer Mundharmonika. Die zwei Reisenden, die angeblich erstmal 4 Jahre Unterwegs sein wollen, sorgten somit für die richtige Seefahrts Athmosphäre. Sternschnuppen und Blitze ließen sich auch in der Dunkelheit um das Schiff beobachten.
Wir hatten ein Doppelbett auf der Fähre und konnten die Nacht einigermaßen durchschlafen. Um 5:30 wurden wir dann aus der Fähre gejagt und standen mitten in einer schlafenden Touristenmeile. Gemeinsam fuhren wir an den etwas weniger besuchten Südstrand.
Unser Hostel war noch geschlossen und so verbrachten wir die Zeit am leeren Strand und sahen dem Sonnenaufgang zu.
Ein riesig großes Paket Kellogs ist auf teuren Inseln ein wahrer Goldschatz. Unser Franzose behandelte den Teil unseres gemeinsamen Proviants, den er bei sich hatte, komplett grobschlächtig und ohne Verstand. Die schwere Ananas wurde passend auf die Bananenstaude verfrachtet und verarbeitete damit sämtliche Bananen zu leckerem Muß. Zwei Bananen konnten wir noch retten. Beim Kauf der Ananas entschieden der Franzose und Vicky sich für lecker süß und reif duftende Exemplare. Bei Ankunft waren diese bereits vergoren... Eine Mango fiel auch einem Tagesausflug im Rucksack zum Opfer.
Den Tag spazierten wir über einen Wanderweg und liehen uns Schnorchel, Brille und Flossen aus. Hier einer von den prächtigen Traumstränden Ko Taos, der auch komplett von der Touri-Industrie zugepflastert wurde.
Nach längerem Weg erreichten wir dann doch einen recht niedlichen Strandabschnitt (Sai Nuan), der noch nicht vollends vereinnahmt wurde. Sobald man im knietiefen Wasser einen Blick ins Wasser warf, bemerkte man wie bunte Fische einen umringten. Hier gab es jede Menge Fische zu entdecken, besonders schön waren die bis zu geschätzt 40 cm großen Fische in Regenbogenfarben. Aber auch die anderen kleinen, bunten, getigerten Fische, sowie die kleinen, fast robbenartigen aussehenden Fische, welche äußerst patzig auf den Unterwassersteinen saßen, während ihr Welsbart im Wasser wehte waren wunderbar.
Ein wahres Trauerspiel sind allerdings die Korallen, die bis auf wenige Ausnahmen weiß und tot den Boden bedecken. Die Riffe hier sind alle tot, vermutlich hat die Touristenindustrie hier ihren Beitrag geleistet. Die Schiffsschrauben surren über die Korallen, Schiffsladungen an Touris werden mit Boten auf die Korallen gekarrt und prügeln unwissend mit Ihren Flossen auf diese ein. Müll gibt es reichlich im Meer. Aber die Korallenbleiche ist ja anscheinend ein globales Problem.
Schnorcheln hier ist also nicht mit richtigen, lebenden Korallenriffen zu vergleichen.
Nach schönem und unschönen Schnorcheln zugleich machten wir uns also wieder auf den Heimweg, da die Sonne langsam dämmerte.
Blitz und Donner ließen uns in der Nacht erwachen. Es tobte ein gewaltiges Unwetter. Das Wasser prasselte, der Wind pfiff und die Palmen verbogen sich wie Gummibäume. Ohrenbetäubend hagelte es in unmittelbarer Nähe Blitze vom Himmel, der Donner schallte über die ganze Bucht.
Das Unwetter hielt bis zum Mittag an, daher konnten wir unsere Checkout Zeit von 9! Uhr nicht einhalten. Touri-Abzocke hier, normal ist 12 Uhr. Schon blöd, weil wir an diesem Abend direkt wieder mit dem Nachschiff den Preisen und dem Trubel entkommen wollten. Als der Sturm vorrüber war stellten wir Fest, dass das Wasser durch den Türschlitz, an der Wand entlang unter unsere Sachen geströmt war, die jetzt alle siffig, durchnässt waren. Im großen Reiserucksack befand sich ein Buch, welches jetzt klitschnass war.
Auf dieser Insel gefangen verbrachten wir den Rest des Tages mit Schnorcheln an unserem Strand. Im Wasser bemerkten wir bald eine riesige, schwarze Wolke die alle Leute aus dem Wasser scheuchte. Nach unserer Flucht schien wieder die pralle Sonne, wir hatten aber auch keinen Bock nochmal den ganzen Weg zurück zu gehen. Als wir unsere Flossen an einem anderen Strand, gut 15 Minuten entfernt und über einen Berg gelegen, zurückbrachten, die wir ohne Kaution oder sonstiger Identitätsaufnahme ausgeliehen hatten (der Mann der sie verlieh war äußerst nett und besorgt da viele Leute die Flossen nicht zurück geben) stand seine Frau bereit um die Flossen anzunehmen. "He not know, not 24 hours, you pay per day, you pay more, you pay double!!". Jaja dachten wir uns, legten die Flossen hin und gingen, die 24 Stunden hatten wir bereits beim Ausleihen gezahlt.
Ein langes Gespräch mit unseren Hostelbesitzern über das zerstörte Buch und die nassen Sachen, führte dazu, dass zunächst behauptet wurde Vicky hätte das Buch in einen Wassefall gehalten... (? welcher Wasserfall überhaupt auf dieser Insel ???) Schlussendlich konnten wir uns darauf einigen, dass wir nur eine Nacht bezahlen müssen und den Tag mit versäumtem Check Out (durch den Sturm) erlassen bekommen. Aber dafür sollten wir auf der Stelle auschecken, was wir auch taten und uns zum Pier begaben.
Wie am ersten Abend verspeisten wir auf der Hafenpromenade unser Dinner @7-11 (bei den übertriebenen Inselpreisen für normales Essen!). Curry Instantsuppe mit relativ frischen mini-Tomaten und kuhkammbär (bei 7 gibts gratis heißes Wasser). Die restliche Wartezeit saßen wir am dunklen Strand in Bambusstühlen und schauten unter Palmen den Piratenanime One-Piece.
Ermüdet traten wir unsere schaukelde, wellige Rückfahrt in der Nachtfähre an. Es war genau die richtige Entscheidung rechtzeitig diese Insel zu verlassen, da in den folgenden fünf Tagen hier ein Sturm tobte. Außerdem hatten wir genug vom überlaufenen Ko Tao.
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