So, nun war es für uns an der Zeit den Norden Thailands zu verlassen. Für den Süden wollen wir uns etwas mehr Zeit nehmen. Unser Busticket hatten wir bereits 5 Tage im Vorraus gekauft und hatten somit freie Platzwahl. Wir entschieden uns für einen Platz im unteren Teil des Doppeldeckerbusses, in der Mitte, rechte Seite. Beim Einsteigen stellten wir dann fest, dass wir die Arsch Plätze erhalten hatten. Halb so viel Beinfreiheit wie die anderen Plätze, mit Leuten hinter einem dass man sich nicht komplett zurücklehnen kann. Für Jim gab es Kniescheibenquetschen durch den vorderen Sitz. So fuhren wir von 11 Uhr Nachts bis 6 Uhr Morgens, immer schön mit einer Pause mit Licht alle 1,5 Stunden. Vicky hatte also eine angenehme Nacht. Ausgeschlafen stiegen wir in Bangkok aus dem Bus und mussten unsere Verbindung in den Süden nach "Phetchaburi" finden. Vicky bewachte also die Sachen und Jim erkundete das riesen Busterminal von Bangkok. Schnell ließ sich der entsprechende Schalter finden, trotz Strammstehpause aufgrund der Nationalhymne und das entsprechende Ticket wurde gekauft. Schon saßen wir in unserem Bus, bis wir uns wunderten warum die Fahrt 5 Stunden dauern sollte. In letzter Sekunde griffen wir nochmal nach unserem Smartphone und zeigten den Thais "Phetchaburi" auf Thai Schrift. Lachend wurden wir aus dem Bus gebracht und ein Thai eilte zum Ticketschalter um unsere Tickets sogar kostenfrei umzutauschen. Nochmal knapp gewesen.
Natürlich spricht man "Phetchaburi" nur "Petburi" aus... Das war also der Fehler. Mit der richtigen Aussprache bewaffnet fanden wir schnell unseren Minivan, der uns in 2 Stunden nach Phetburi brachte.
Dort wurden wir am Highway abgesetzt und sparten uns geschickte 40 Baht (1€) pro Person, indem wir unser Gepäck gut eine halbe Stunde durch die Hitze schleppten. Tja die Fahrer wollten sich nicht auf 30 Baht einlassen. Auf dem Weg schworen wir uns bereits erneut, nie wieder den schnellen Euro zu sparen.
Müde erreichten wir unser Hostel, wo wir uns einen 250 Baht Bungalow reserviert hatten. Dieser hatte keine durchgehenden Wände, aber ein Mückennetz sollte uns Schutz vor den Biestern bieten. Eine Meute Moskitos besetzte hinterlistig bei Ankunft aber bereits das Innere des Netzes. Dekadent wechselten wir also in ein 500 Baht Riesenzimmer, mit Klimaanlage und monströsem Bett. Eine wahre Erleichterung nach den Strapazen von Chiang Mai und der Busfahrt.
An diesem kleinen Fluss war unser Hostel gelegen, im Hinterhof gab es einen netten Garten mit Sternfruchbäumen.
Den Rest des Tages verbrachten wir damit den Nachtmarkt zu besuchen. Ein veganes Essen konnten wir sogar ausmachen, Nudelsuppe mit Gemüse und Pilzen, Pilzen die wir noch nie gesehen haben. Schwammige weisse Riesendinger, sehen ein bisschen aus wie Lollo Rosso in weiß und auch sehr schmackhafte normal aussehende Pilze.
Das Beste war aber die Dessert Auswahl. Diese Stadt ist berühmt für die Eiercreme Desserts, naja um die kamen wir auch nicht drum rum. Saulecker!
Weisse irgendwas Kokos-Creme mit schwarzen Bohnen:
Phetburi ist eine wirklich nette Thai-Stadt mit sehr wenig Touristen. Selbst die Tuk-Tuk Fahrer sprechen hier kein Wort Englisch. Wir konnten uns auf den Märkten mit unserem bisherigen Vokabular einigermaßen durchschlagen ("Hallo", "Was kostet das?", "vegan?", "Danke", "sehr lecker" und die Zahlen).
Unser eigentlicher Grund Phetburi zu besuchen war der alte Königs-Sommerpalast (Khao Wang) im Geschichtspark Phra Nakhon Khiri, der auf einem Hügel über der Stadt thront. Rama IV hatte diesen errichten lassen und er wurde im Jahr 1860 fertiggestellt. Zu Fuß machten wir uns Richtung Palast auf, bis wir am Fuße des Berges die Affenbande entdeckten, vor welcher in allen Reiseführern gewarnt wurde. Diese Meute Affen besetzt wohl schon sehr lange den Vordereingang und Hochweg des Palastes. Auf der anderen Seite gibt es aber eine Seilbahn, mit welcher man den wütenden Affen entgehen kann. Uns blieb also keine andere Wahl als den Berg zu umrunden, wobei wir bereits die ersten Affen sahen die vom Palast in die Stadt eindragen und von Thais vertrieben wurden.
Auf der anderen Seite des Berges angelagt wagten wir die Fahrt mit der Seilbahn. Diese erwies sich als eine sehr kurze Strecke, die im Schneckentempo gefahren wurde.
Oben angelangt begrüßten uns bereits die Warnschilder "beware the Monkeys". Unsere Mitgebrachten Mochis stopften wir schnell in uns hinein, als wir auch den ersten Affen in den Büschen lauern sahen. Da waren wir aber nochmal schneller.
Die Szenerie des Palastes ist unglaublich schön, man fühlt sich wie in einer anderen Zeit oder sogar wie in einer Fantasiewelt. So folgten wir den verschlungenen Wegen, die sich an den Berghang schmiegen.
Hier die Aussicht von einem Turm über das Palastgelände, die Wege liegen im Wald versteckt. Tief darunter liegt die Stadt.
Hier der Eingang des Turms (Chedi). Erklärung zu Chedi: "Buddha inside".
Hier der Chedi aus der Entfernung und wie man Sieht ein Zeichen Buddhas an der Spitze, nur für uns! 2 Minuten später war das Leuchten auch schon wieder verschwunden.
Im Vordergrund ein Teil der Bonsaiparade des Palastes.
Zurück vom Palast ließen wir uns sogar einmal fahren. Wir wählten das "Taxi", dessen Fahrer auf der Rückbank schlief. Nachdem er von uns so plötzlich geweckt wurde ließ er sich auf einen besseren Preis ein als die anderen Fahrer, die den Ausgang des Palastes belauerten. Wir ließen uns zum Foodcourt bringen, wo nur Thais anzutreffen waren und alles in Thai beschriftet war. Den Papayasalat erkannten wir auf einem Bild wieder und konnten der Köchin die Thai Zeichen auf ein Stück Papier abmalen. Seit diesem Salat für 75 Cent hat unsere Papayasalat (Som Tam) Sucht begonnen.
Unreife, saure Papaya geraspelt, Glasnudeln, Möhre geraspelt, geröstete Erdnüsse, kleine Roma-Tomaten, Weißkohl und Spargelbohnen. Dazu kommt eine Soße aus Limonensaft, Zucker, Chili, Salz, Knoblauch, schwarzer Pfeffer, Öl?, Essig? (alles im Mörser zerstoßen).
Hier nochmal eine weitere Abendbeute an Leckereien.
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