Montag, 30. Dezember 2013

Ko Phayam Paradise (29.11 - 6.12.2013)

"Welcome to Phayam Paradise!" Laut rufend begrüßte uns bereits am Pier ein Thai-Hippie mit grauen Zottelhaaren und steckte uns eine Visitenkarte mit dem Hostelnamen "Archampan" zu. Von Ko Phayam hatten wir nur bestes gehört und nach unserer Flucht von Ko Tao waren wir sehr gespannt auf dieses angebliche Inselparadies. Mit dem Slow-Boat, einer Art mini-Fähre, tuckerten wir zwei Stunden über die ruhige See der Adamantenküste. Über das glitzernde Wasser ging es zwischen kleinen Inseln die Küste entlang. Das Ende der Fahrt verbrachten wir auf Deck um die schöne Aussicht zu genießen. Am Pier der Insel angelangt merkten wir, dass das Deck aus Glasfaser o.Ä. Material bestand, unsere Hosen pieksten uns somit gehörig...

Am Hauptstrand, wo auch der Pier liegt, sind ein kleines Dorf und viele Hostels. Unser Ziel war Buffalo Bay, ein etwas abgelegener Strand. Um einem Bergmarsch in der Hitze zu entgehen, ließen wir uns von zwei Motorradtaxis fahren, auf Ko Phayam gibt es keine Autos. Wir konnten also Thais dabei bestaunen, wie man uns plus Reiserucksack, kleinem Rucksack und einer fetten Einkaufstüte auf ein kleines Moped verfrachtet. Alles aber kein Grund um auf dem Weg nicht die Maximalgeschwindigkeit aus dem Moped rauszuholen.

Nach kurzer Raserei standen wir damit in der Mitte von Buffalo Bay, bei Mister Gau. Laut Lonely Planet kostet ein Bungalow hier ~5€ , laut Mister Gau aber 18€ . Also schulterten wir die Rucksäcke und latschten zum Strand runter. Es gibt keine Straße am Strand, wir wanderten daher über den Sand zum nächsten Bungalow. Hier war es auch sauteuer, wir erinnerten uns daher an den zotteligen Kauz vom Pier und suchten die Visitenkarte. "Archampan - Back to the Roots" stand dort, mit Nummer aber ohne Adresse, hilfreich da es kein Handynetz am Strand gab. Wir fragten also die Bungalowbetreiber ob wir kurz dort anrufen könnten, wurden aber darauf hingewiesen "we can call you a taxi, we cant call him, not THIS guy"... Nochmal Taxi fahren und vor einem evt. teuren, vollen Hostel zu stehen klang nicht so nett, wir liefen also weiter mit Gepäck durch den Sand.

Am nächsten Bungalow angelangt machten wir zuerst Scherze wie teuer und fett die Bungalows aussehen, ließen sie uns aber trotzdem mal von innen zeigen. 13€ für einen fetten, luxuriösen Bungalow mit Steckdose und Strom von 18:00-23:00, da wir genug vom Gepäck durch den Sand schleppen hatten nisteten wir uns hier für eine Nacht ein um die Umgebung und die Hostels in der Nähe entspannter ohne Tragelast zu erkunden.




Unsere Aussicht:


Frühstück:


Buffalo Bay ist schon ein cooles Plätzchen, eine riesige Bucht, wobei rechts und links eine große Landzunge in die Bucht hineinragt und ihr somit die Form von Büffel-Hörnern gibt. Kann man aber nur aus dem Flugzeug in vollem Ausmaß sehen. Am Strand liegen die Hostels recht weit auseinander, wobei von Hippie-Absteigen bis zu Luxusresorts mittlerweile alles vertreten ist. An der Nordseite des Strands gibt es die "Hippie-Bar", eine von 5 asiatischen Hippies mit herzens Liebe zusammengezimmerte Holzkonstruktion, unfassbar was die dort aufgebaut haben. Es gab viele Bereiche und alles vermittelte den Eindruck man befinde sich in einer Piratenfestung. Beim betreten in diese wurden wir direkt zur "Black Moon" Party eingeladen, man braucht ja auch zwischen den Full-Moon Parties einen Grund zu feiern.





Uns reizte aber immernoch Archampan, das ominöse Hostel ohne Eintrag in Reiseführern und nicht im Internet zu finden bis auf in einem Eintrag. Hier hieß es, Archampan gilt als eine Art Wunderheiler und obwohl der Schreiber schon viel auf Reisen war, ist dieses Hostel seine bereichernste Erfahrung gewesen. Schon bald fanden wir heraus, dass es ganz an der Nordseite der Bucht gelegen ist. Generell wollten wir uns einen Überblick über die Übernachtungsmöglichkeiten schaffen und liefen den Strand gen Norden ab. Uns reizte ein verrückter Franzose mit total heruntergekommenen Bungalows, ein Bungalow direkt neben der Hippie Bar mit einem günstigen Restaurant aber das war alles bevor wir Archampan erreichten.

Nördlich der Hippie-Bar, am Ende des Strandes gelegen, steht eine geräumige Holzterasse an einem kleinen Berghang. Ein kleiner Weg führt hinauf in einen Garten, der Weg wird dabei von bunten Pflanzen fast zugewachsen. In diesem Garten stehen sechs kleine Bungalows, wobei einer für uns am nächsten Tag frei sein würde. Uns begrüßte das hiesige Haustier, Bun, ein Nashornvogel der als Jungtier den Flügel gebrochen hatte und von den Betreibern aufgenommen und geheilt wurde. Bun hatte großen Spaß daran Dinge zu stehlen, Holzbänke mit seinen Schnabel zu durchstehen und rumzuschreien, er machte uns am Anfang ein bisschen Angst mit seinem riesen Schnabel.




Es war aber nur eine sehr sehr freundliche Thai da, die eigentlich kein Englisch konnte und der Bungalow war recht weit von Strand weg gelegen. Im Restaurant, der Holzterasse mit Aussicht auf den Strand, saßen wir und aßen ein kleines Essen.


Einkriechender Wattebausch? Nee, eine Flauscheraupe!


Währenddessen fegte jemand am Strand gut eine halbe Stunde einen Stein, immer denselben Stein. Als wir gingen fragten wir wieso er den Stein fege und mit einem breiten, erfreuten Grinsen versicherte er uns "to make it look beautiful".

Alles war eine sehr schwere Entscheidung, es gab so viele schöne Bungalows an diesem Strand. Wir reservierten nicht bei Archampan, sondern einen direkt am Strand, neben der Hippie Bar. Wieder in unserem Luxus Bungalow angelangt änderten wir aber den Plan und entschieden uns noch eine Nacht länger zu bleiben. Am nächsten Morgen machten wir uns auf den anderen Bungalow abzusagen. Sie sagte es sei kein Problem, also bestellten wir im Restaurant dort noch eine Portion gutes Süß-Sauer. Saulecker, bis Vicky das Gesicht verzog und auf ein dickes, durchgekochtes Insekt im Essen hinwies. Es könnte eine große Wespe gewesen sein. Leicht aufgeplatzt und das durchgekochte Eiweiß schaute aus seinem Bauch heraus. Als wir die Köchin darauf hinwiesen sagte sie nur "Oh-Hahaha small fly hahaha". Vicky hatte es aber trotzdem den Appetit verdorben und Sie bestellte ein anderes Essen, fragte die Köchin aber diesmal ob sie vor dem Kochen nochmal nachschauen könnte. Seitdem war die Köchin sehr beleidigt, wirkte unfreundlich und servierte nur eine Kinderportion wie wir einige male feststellen mussten, bis wir einsahen hier nicht mehr willkommen zu sein.

Damit hatten wir genug von diesem Hostel und gingen zu Archampan um dort für den nächsten Tag einen Bungalow zu buchen. "Welcome to Payam Paradise" hörten wir schon von weitem und sahen den zotteligen Hippie am Strand arbeiten. Archampan war also dieser lustige Vogel vom Pier. Er war gerade mit ein paar Leuten dabei sein Hostel zu erweitern, nicht um einen Bungalow, sondern um eine Holzplattform im Sand um von dort Nachts die Sterne zu beobachten. Auf demselben Stein, der einen Tag zuvor liebevoll gefegt wurde. Für den nächsten Tag war ein Bungalow (8€!) auf erhöhten Stelzen mit Balkon und Strandblick frei, den wir uns umgehend schnappten.



Archampan war vor 30 Jahren mit der Erste, der hier eine Bungalowanlage betrieb. Ihm gehört ein großes Gebiet im Norden der Bucht, hier stehen seit Ewigkeiten seine sechs selbstgezimmerten Bungalows (so wirken sie auch). Dazu hat er ein großes Areal mit Urwald und einen Garten, in dem er allerhand Früchte anbaut, aber nicht für sich, sondern für die Tiere aus der Umgebung. So kommt es auch, dass morgens lautes Klopfen zu hören ist, wenn die Affen aus dem Urwald kommen, sich die Nüsse von den Bäumen schnappen und eifrig anfangen sie mit Steinen zu knacken. Endlich mal keine Bettelaffen. Das ist auch der Grund warum Niemand etwas mit Archampan zu tun haben will, er verkauft seit langem sein Land nicht und baut auch kein größeres Hostel. Die seltenen Nashornvögel wohnen hier direkt um einen herum, es gibt ein dickes Wildschwein (ist uns quasi verborgen geblieben) und wie beschrieben reichlich Affen. Clevererweise ist der Bungalow einfach oben offen, die Wand reicht nicht bis zur Decke. Wir kamen damit auch in den Genuss von Ratten die uns Nachts wachhielten und unser Essen plündern, reichlich Spinnen und dicken Geckos.



Am Strand findet Nachts eine wahre Party von Einsiedlerkrebsen statt, so putzige Gesellen!



Da Archampan hier als eine Art "Wunderheiler" gilt wies er uns auch in seine Geheimnisse ein, beispielweise dass man einfach alle giftigen Pilze essen kann solange man eine Prise "Turtle Head" dazu gibt... Wir haben keine Pilze im Restaurant bestellt...

Damit hieß es für die Tage sandburgbauen, wandern, rumliegen und das Meer und die Sonne genießen.




Abends hatte das Meer mit seiner Flur zugeschlagen:



Kleine Strände in der Nähe:



Einen Ausflug machten wir zur Bird-Bar, auf dem Weg ging unser Wasser aus, naja kein Problem wir sind ja bald bei der Bar.






Nur das Problem war, dass die Bar verlassen und total verwüstet war.



Also Ko Phayam ist super für alle die Ruhe, Strand, Natur und sogar ein bisschen Party mögen.


Samstag, 21. Dezember 2013

nach Ko Tao und wieder davon (26. - 28.11.2013)

Im Minivan nach Chumporn schmiedeten wir eifrig Pläne für unsere Reise auf die einsame Insel Ko Payam. Wir hatten den Tip erhalten diese Insel im Westen anstelle der großen Golfinseln zu besuchen. Unser französischer Freund konnte uns aber durch Aussicht auf traumhaftes Korallenschnorcheln in den Riffen um Ko Tao 5 Minuten vor Ankunft überzeugen, ihn zu begleiten. Im Westen waren Stürme angesagt und der Lonely Planet sprach ebenfalls davon "Nemo" in den bunten Riffen um Ko Tao zu treffen. Eigentlich hätten wir es ja wissen müssen, woher der Franzose seine Information bezog...

Zuerst deckten wir uns mit reichlich, frischem Proviant ein und fuhren dann an den Hafen der Nachtfähre, am Rande der Stradt, wo wir 5 Stunden warteten.

Um 11 Uhr, also in tiefer Nacht, legte die Fähre mit Kurs auf Ko Tao ab. An Deck unter dem Sternenhimmel lauschten wir dem Freistil Seemannsgesang zum Spiel einer Mundharmonika. Die zwei Reisenden, die angeblich erstmal 4 Jahre Unterwegs sein wollen, sorgten somit für die richtige Seefahrts Athmosphäre. Sternschnuppen und Blitze ließen sich auch in der Dunkelheit um das Schiff beobachten.

Wir hatten ein Doppelbett auf der Fähre und konnten die Nacht einigermaßen durchschlafen. Um 5:30 wurden wir dann aus der Fähre gejagt und standen mitten in einer schlafenden Touristenmeile. Gemeinsam fuhren wir an den etwas weniger besuchten Südstrand.

Unser Hostel war noch geschlossen und so verbrachten wir die Zeit am leeren Strand und sahen dem Sonnenaufgang zu.



Ein riesig großes Paket Kellogs ist auf teuren Inseln ein wahrer Goldschatz. Unser Franzose behandelte den Teil unseres gemeinsamen Proviants, den er bei sich hatte, komplett grobschlächtig und ohne Verstand. Die schwere Ananas wurde passend auf die Bananenstaude verfrachtet und verarbeitete damit sämtliche Bananen zu leckerem Muß. Zwei Bananen konnten wir noch retten. Beim Kauf der Ananas entschieden der Franzose und Vicky sich für lecker süß und reif duftende Exemplare. Bei Ankunft waren diese bereits vergoren... Eine Mango fiel auch einem Tagesausflug im Rucksack zum Opfer.


Den Tag spazierten wir über einen Wanderweg und liehen uns Schnorchel, Brille und Flossen aus. Hier einer von den prächtigen Traumstränden Ko Taos, der auch komplett von der Touri-Industrie zugepflastert wurde.



Nach längerem Weg erreichten wir dann doch einen recht niedlichen Strandabschnitt (Sai Nuan), der noch nicht vollends vereinnahmt wurde. Sobald man im knietiefen Wasser einen Blick ins Wasser warf, bemerkte man wie bunte Fische einen umringten. Hier gab es jede Menge Fische zu entdecken, besonders schön waren die bis zu geschätzt 40 cm großen Fische in Regenbogenfarben. Aber auch die anderen kleinen, bunten, getigerten Fische, sowie die kleinen, fast robbenartigen aussehenden Fische, welche äußerst patzig auf den Unterwassersteinen saßen, während ihr Welsbart im Wasser wehte waren wunderbar.

Ein wahres Trauerspiel sind allerdings die Korallen, die bis auf wenige Ausnahmen weiß und tot den Boden bedecken. Die Riffe hier sind alle tot, vermutlich hat die Touristenindustrie hier ihren Beitrag geleistet. Die Schiffsschrauben surren über die Korallen, Schiffsladungen an Touris werden mit Boten auf die Korallen gekarrt und prügeln unwissend mit Ihren Flossen auf diese ein. Müll gibt es reichlich im Meer. Aber die Korallenbleiche ist ja anscheinend ein globales Problem.

Schnorcheln hier ist also nicht mit richtigen, lebenden Korallenriffen zu vergleichen.



Nach schönem und unschönen Schnorcheln zugleich machten wir uns also wieder auf den Heimweg, da die Sonne langsam dämmerte.



Blitz und Donner ließen uns in der Nacht erwachen. Es tobte ein gewaltiges Unwetter. Das Wasser prasselte, der Wind pfiff und die Palmen verbogen sich wie Gummibäume. Ohrenbetäubend hagelte es in unmittelbarer Nähe Blitze vom Himmel, der Donner schallte über die ganze Bucht. 

Das Unwetter hielt bis zum Mittag an, daher konnten wir unsere Checkout Zeit von 9! Uhr nicht einhalten. Touri-Abzocke hier, normal ist 12 Uhr. Schon blöd, weil wir an diesem Abend direkt wieder mit dem Nachschiff den Preisen und dem Trubel entkommen wollten. Als der Sturm vorrüber war stellten wir Fest, dass das Wasser durch den Türschlitz, an der Wand entlang unter unsere Sachen geströmt war, die jetzt alle siffig, durchnässt waren. Im großen Reiserucksack befand sich ein Buch, welches jetzt klitschnass war.

Auf dieser Insel gefangen verbrachten wir den Rest des Tages mit Schnorcheln an unserem Strand. Im Wasser bemerkten wir bald eine riesige, schwarze Wolke die alle Leute aus dem Wasser scheuchte. Nach unserer Flucht schien wieder die pralle Sonne, wir hatten aber auch keinen Bock nochmal den ganzen Weg zurück zu gehen. Als wir unsere Flossen an einem anderen Strand, gut 15 Minuten entfernt und über einen Berg gelegen, zurückbrachten, die wir ohne Kaution oder sonstiger Identitätsaufnahme ausgeliehen hatten (der Mann der sie verlieh war äußerst nett und besorgt da viele Leute die Flossen nicht zurück geben) stand seine Frau bereit um die Flossen anzunehmen. "He not know, not 24 hours, you pay per day, you pay more, you pay double!!". Jaja dachten wir uns, legten die Flossen hin und gingen, die 24 Stunden hatten wir bereits beim Ausleihen gezahlt.

Ein langes Gespräch mit unseren Hostelbesitzern über das zerstörte Buch und die nassen Sachen, führte dazu, dass zunächst behauptet wurde Vicky hätte das Buch in einen Wassefall gehalten... (? welcher Wasserfall überhaupt auf dieser Insel ???) Schlussendlich konnten wir uns darauf einigen, dass wir nur eine Nacht bezahlen müssen und den Tag mit versäumtem Check Out (durch den Sturm) erlassen bekommen. Aber dafür sollten wir auf der Stelle auschecken, was wir auch taten und uns zum Pier begaben.

Wie am ersten Abend verspeisten wir auf der Hafenpromenade unser Dinner @7-11 (bei den übertriebenen Inselpreisen für normales Essen!). Curry Instantsuppe mit relativ frischen mini-Tomaten und kuhkammbär (bei 7 gibts gratis heißes Wasser). Die restliche Wartezeit saßen wir am dunklen Strand in Bambusstühlen und schauten unter Palmen den Piratenanime One-Piece.


Ermüdet traten wir unsere schaukelde, wellige Rückfahrt in der Nachtfähre an. Es war genau die richtige Entscheidung rechtzeitig diese Insel zu verlassen, da in den folgenden fünf Tagen hier ein Sturm tobte. Außerdem hatten wir genug vom überlaufenen Ko Tao.

Montag, 16. Dezember 2013

Prachuap Khiri Khan und der Khao Sam Roi Nationalpark (22. - 25.11.2013)

Drei Stunden Zugfahrt in der Holzklasse (mit Blick auf die Super-Deluxe Polsterklasse für den selben Preis, aber belegt) brachten uns in die kleine Küstenstadt Prachup Khiri Khan. Die Stadt ist sehr klein und gemütlich, somit lag unser Hostel (Maggies Homestay) nur einen kurzen Fußweg vom Bahnhof entfernt, den wir mit einem lustigen Franzosen teilten. Ein wirklich freundliches und einladendes Hostel, mit frei verfügbarer Küche im Garten.

Besonders toll war, dass der Morgenmarkt nur zwei Ecken entfernt war. Nach einem Monat Thailandreise hatten wir endlich unsere erste Küche, die wir direkt ins Herz schlossen. Reichlich Küchenutensilien, zwei Kühlschränke und zwei Gasplatten. Der Riesenmörser hat sofort unser Herz erobert, da in der Thai-Küche die Gewürze, also auch Chili Schoten und Knoblauch, im Mörser zerstoßen werden. Dazu kommt auch oft reichlich frische Limone.

Alsbald machten wir uns also auf unser erstes "Thai" Gericht zuzubereiten.


Tada! Nachdem wir ewig nach Kokosmilch gesucht haben und uns schließlich für Kokosmilch aus dem Tetrapack von 7-11 entschieden hatten, versuchten wir auf dem Morgenmarkt noch eine Kokosmilch in der Dose zu bekommen. Mit dem Smartphone und einem Wörterbuch Englisch-Thaischrift darauf begaben wir uns auf die Suche und wurden prompt zu einem Stand gewiesen. Zu unserem Staunen wurde die Kokosmilch hier direkt frisch hergestellt. Diese trug dann dazu bei, dass unser Essen uns besonders geschmeckt hat.


Die kleinsten Tomaten bisher in Thailand.


Den nächsten Morgen regnete es ganzschön, sodass wir bis Mittags nichts anderes zu tun hatten als dem Regen zuzusehen, die Hostel-Katzen zu streicheln und heißes Malz zu schlürfen. Immerhin ist das Rezeptionsbüro trocken geblieben.




Beim ersten Sonnenschein griffen wir uns mit zwei weiteren Leuten aus dem Hostel ein Fahrrad und fuhren an einen Nahe gelegenen Strand. Komischerweise liegt dieser Strand im Gebiet einer Airforce (Wing 5) Basis des thailändischen Militärs. Diese ist aber mehr Disneyland als Armeebasis. Dinos, Cowboybar und Bogenschießen sind bekanntlich in jeder Kaserne aufzufinden.






Verlässt man die Basis auf der anderen Seite kommt man einen Tempel, nichts überwältigendes.


In vielen Reiseführern ist die Rede von freundlichen Affen, die einen sehr behutsam das Essen aus der Hand nehmen die Rede. Als wir in der Basis umher fuhren und uns an die beschriebene Stelle begaben, fragten wir einen Soldaten in der Nähe wo denn die Affen seien. Er versicherte uns bestens, dass es hier "no monkeys" gäbe. Zehn Meter weiter sahen wir sie bereits auf den Bäumen, Stromkabeln und Dächern herumturnen. Unsere zwei Begleiter verfütterten einige Bananen an die sich wirklich vorbildlich benehmende Affenbande. Nunja, wir haben nichts verfüttert da es die Affen in wütende Bettler verwandelt, wie man in Thailand vielerorts erleben kann.




Unser zweites Abendmahl.



Am nächsten Tag ein morgendlicher Fruchtshake, hier aber nur die billig Früchte in Thailand, keine teuren Äpfel. Banane, Ananas und Papaya. Eigentlich sind alle Früchte ausser Äpfel und Trauben billig.


Am Nachmittag fuhren wir wieder in die Airforce Basis um im angenehm warem Meer zu baden. Abends luden wir unseren französischen Freund, Cesar, zum gemeinsamen Kochen ein. Reichlich Gemüse, dazu wieder frische Kokosmilch, frischer Tofu in reichlich fett eingelegt und geschmort.



Mit dem ganzen Fett ein wahrer Gaumenschmaus.


Als Nachtisch servierte uns Cesar karamelisierte Bananen. Diese waren sehr heiß, ein Exemplar steckten wir in das Eisfach. Vergessen fror es vor sich hin, bis wir uns erinnerten und die mittlerweile eiskalte Banane probierten. Lecker Kühlschrank. Angeekelt wollten wir sie nicht mehr essen und boten sie Cesar an. Begeistert verschlang er die Banane, "it's good!', bis sich sein Gesichtsausdruck schlagartig in angewidert wandelte. "this is disgusting!". Immerhin wurde nichts weggeworfen.


Nach zwei recht faulen Tagen war es wieder Zeit etwas zu unternehmen. Wir liehen uns einen Motorroller und fuhren damit die gut 40 km thailändische Landstraße entlang, reichlich Schlaglöcher und rasende LKW's waren natürlich mit dabei. Unser Ziel war der Khao Sam Roi Nationalpark, darin die Phraya Nakhon Cave. Von der Südroute fuhren wir in den Nationalpark, wobei ein Schild uns auf 500 Baht Parkgebühr hinwies. Da Niemand zu sehen war gaben wir Gas und wurden auch nicht weiter behelligt. Die Mehrzahl der Touristen kommt aus dem Norden von Hua Hin, nochmal Schwein gehabt. Wir habens auch nicht bereut, der Großteil des Nationalparks bestand sowieso nur aus Shrimp-Farmen.


Der Khao Sam Roi bietet das größte Sumpfgebiet Thailands und ist daher ein guter Punkt um viele verschiedene, wunderschöne Vögel zu erspähen.


Tierzucht im Nationalpark?




Nach der Rollerfahrt durch malerische Karstgebirge (und vorbei an stinkenden Shrimp-Farmen und mehreren Kuhherden) erreichten wir die kleine Bucht, von welcher uns ein Boot zur Phraya Nakhon Höhle schippern sollte. Für einen Aufpreis entschieden wir uns noch ein paar kleine Inseln in der Nähe zu umrunden. Zusätzlich mussten wir noch 200 Baht Höhleneintritt hinblättern. Die Rundfahrt um die Inseln war aber wirklich schön, das hat sich gelohnt.






Zwischendurch stoppte der Motor, woraufhin unser äußerst mürrischer Seemann zum Bezinkanister griff.


Heimlich haben wir ihn auchnoch geknipst.


Als wir von Bord gingen verabschiedete sich unser Steuermann mit dem netten Satz "I come back in 2 Hours!" und raste mit laut knatterndem Motor davon. Wie aus einem Groschenroman dieser Kerl. Wir wateten also an Land und wanderten los in Richtung Höhle. Ein Schild wies uns darauf hin, dass diese nur ca 400 Meter entfernt liegt. Zwei Stunden also für diesen Weg und eine Höhle?

Der Weg entpuppte sich aber schnell als eine steile Treppe durch üppigen Urwald. Eine wirklich wunderbare, wenn auch anstrengende, Wanderung. Zum Glück waren wir mit reichlich Wasser versorgt.


Gut nassgeschwitzt hatten wir schließlich den Berg erklommen und blickten in eine kleine Höhle. Ein großes Loch in einem Berghang, wobei in der Decke ein kleines Loch war, durch welches im Sonnenlicht glitzerndes Wasser hinuntertröpfelte und sich in der Tiefe verlor.



Durch eine rutschige Treppe stiegen wir in diese Höhle hinab, wobei sich diese nur als Höhleneingang für eine größere Höhle entpuppte.



Während wir die Treppe hinabstiegen, wurden wir uns der Ausmaße dieser prächtigen Höhle erst bewusst. Ein gewaltiger Steinbogen überspannt den Durchgang, wobei in der Mitte ein Loch in der Höhlendecke prangt und das einfallende Sonnenlicht somit einen kleinen Wald in der Höhle ermöglicht. Für die Ausmaße der Höhle schaue man sich hier an, wie klein die Bäume im Vergleich zur Höhe der Decke wirken. Dabei liegen nochmal etliche Meter Stein über der Decke der Höhle, sodass man nur sehr kleine Bäume am Rande des Lochs erkennt, wenn man aus dem Loch in der Mitte herausschaut.


Nachdem wir uns der majestätischen Ausmaße dieser Höhle bewusst geworden waren sahen wir am Rand ein kleines Schild, welches erklärte, dass es sich hierbei wieder nur um eine Vorhöhle der eigentlichen Phraya Nakhon Höhle gehandelt hatte. Durch einen gewaltigen Felsspalt konnten wir diese erblicken.


Diese Höhle ist zweifelsohne einer der schönsten Orten den wir jemals besucht haben. Wirklick gigantisch, mit einem eigenen Wald, an welchem ein kleiner Tempel angrenzt und im Sonnenlicht glitzernden Regentropfen, die über die Lochkante fallen.


Eine gute Zeit hatten wir erwischt, die Sonne beleuchtete gerade eine einzelne Palme auf einem Hügel am Rande der Höhle. Der Rest lag in mystischem Dämmerlicht.



An dieser Stelle hat sich das Regenwasser, welches durch die Mineralien im Boden ätzend wird, einen kleinen Teich gefressen. Im Hintergrund ein blau glänzender Höhlenbesucher.


Das hiesige, grün bemooste Höhlenkrokodil.


Ein Ausschnitt aus dem kleinen Höhlenwäldchen.


Leider war es irgendwann Zeit den Rückweg durch die märchenhaften Stalagtitenformationen und Vorhöhlen anzutreten.


Die brennende Sonne und fehlender Schatten sorgten leider dafür, dass wir unsere Vogelpausen kurz halten mussten. Auf den Stromleitungen konnten wir hin und wieder einen Eisvogel entdecken. Einen Nashornvogel gab es auch zu sehen. Im Schatten einer verlassenen, verwüsteten Hütte aßen wir noch eine Packung Chips.



Am letzten Abend holten wir uns als Vorspeise einen fertigen Salat vom Nachmarkt, als Hauptgang dienten Reste vom Vortag und eine frische Thaipilz-Pfanne mit reichlich Petersilie. Diese entpuppte sich aber wieder mal als Koriander, war aber trotzdem sehr gut.



Hier ein Bild der Katzenmama die das Hostel mit drei Katzenbabys beglückte.