"Welcome to Phayam Paradise!" Laut rufend begrüßte uns bereits am Pier ein Thai-Hippie mit grauen Zottelhaaren und steckte uns eine Visitenkarte mit dem Hostelnamen "Archampan" zu. Von Ko Phayam hatten wir nur bestes gehört und nach unserer Flucht von Ko Tao waren wir sehr gespannt auf dieses angebliche Inselparadies. Mit dem Slow-Boat, einer Art mini-Fähre, tuckerten wir zwei Stunden über die ruhige See der Adamantenküste. Über das glitzernde Wasser ging es zwischen kleinen Inseln die Küste entlang. Das Ende der Fahrt verbrachten wir auf Deck um die schöne Aussicht zu genießen. Am Pier der Insel angelangt merkten wir, dass das Deck aus Glasfaser o.Ä. Material bestand, unsere Hosen pieksten uns somit gehörig...
Am Hauptstrand, wo auch der Pier liegt, sind ein kleines Dorf und viele Hostels. Unser Ziel war Buffalo Bay, ein etwas abgelegener Strand. Um einem Bergmarsch in der Hitze zu entgehen, ließen wir uns von zwei Motorradtaxis fahren, auf Ko Phayam gibt es keine Autos. Wir konnten also Thais dabei bestaunen, wie man uns plus Reiserucksack, kleinem Rucksack und einer fetten Einkaufstüte auf ein kleines Moped verfrachtet. Alles aber kein Grund um auf dem Weg nicht die Maximalgeschwindigkeit aus dem Moped rauszuholen.
Nach kurzer Raserei standen wir damit in der Mitte von Buffalo Bay, bei Mister Gau. Laut Lonely Planet kostet ein Bungalow hier ~5€ , laut Mister Gau aber 18€ . Also schulterten wir die Rucksäcke und latschten zum Strand runter. Es gibt keine Straße am Strand, wir wanderten daher über den Sand zum nächsten Bungalow. Hier war es auch sauteuer, wir erinnerten uns daher an den zotteligen Kauz vom Pier und suchten die Visitenkarte. "Archampan - Back to the Roots" stand dort, mit Nummer aber ohne Adresse, hilfreich da es kein Handynetz am Strand gab. Wir fragten also die Bungalowbetreiber ob wir kurz dort anrufen könnten, wurden aber darauf hingewiesen "we can call you a taxi, we cant call him, not THIS guy"... Nochmal Taxi fahren und vor einem evt. teuren, vollen Hostel zu stehen klang nicht so nett, wir liefen also weiter mit Gepäck durch den Sand.
Am nächsten Bungalow angelangt machten wir zuerst Scherze wie teuer und fett die Bungalows aussehen, ließen sie uns aber trotzdem mal von innen zeigen. 13€ für einen fetten, luxuriösen Bungalow mit Steckdose und Strom von 18:00-23:00, da wir genug vom Gepäck durch den Sand schleppen hatten nisteten wir uns hier für eine Nacht ein um die Umgebung und die Hostels in der Nähe entspannter ohne Tragelast zu erkunden.
Unsere Aussicht:
Frühstück:
Buffalo Bay ist schon ein cooles Plätzchen, eine riesige Bucht, wobei rechts und links eine große Landzunge in die Bucht hineinragt und ihr somit die Form von Büffel-Hörnern gibt. Kann man aber nur aus dem Flugzeug in vollem Ausmaß sehen. Am Strand liegen die Hostels recht weit auseinander, wobei von Hippie-Absteigen bis zu Luxusresorts mittlerweile alles vertreten ist. An der Nordseite des Strands gibt es die "Hippie-Bar", eine von 5 asiatischen Hippies mit herzens Liebe zusammengezimmerte Holzkonstruktion, unfassbar was die dort aufgebaut haben. Es gab viele Bereiche und alles vermittelte den Eindruck man befinde sich in einer Piratenfestung. Beim betreten in diese wurden wir direkt zur "Black Moon" Party eingeladen, man braucht ja auch zwischen den Full-Moon Parties einen Grund zu feiern.
Uns reizte aber immernoch Archampan, das ominöse Hostel ohne Eintrag in Reiseführern und nicht im Internet zu finden bis auf in einem Eintrag. Hier hieß es, Archampan gilt als eine Art Wunderheiler und obwohl der Schreiber schon viel auf Reisen war, ist dieses Hostel seine bereichernste Erfahrung gewesen. Schon bald fanden wir heraus, dass es ganz an der Nordseite der Bucht gelegen ist. Generell wollten wir uns einen Überblick über die Übernachtungsmöglichkeiten schaffen und liefen den Strand gen Norden ab. Uns reizte ein verrückter Franzose mit total heruntergekommenen Bungalows, ein Bungalow direkt neben der Hippie Bar mit einem günstigen Restaurant aber das war alles bevor wir Archampan erreichten.
Nördlich der Hippie-Bar, am Ende des Strandes gelegen, steht eine geräumige Holzterasse an einem kleinen Berghang. Ein kleiner Weg führt hinauf in einen Garten, der Weg wird dabei von bunten Pflanzen fast zugewachsen. In diesem Garten stehen sechs kleine Bungalows, wobei einer für uns am nächsten Tag frei sein würde. Uns begrüßte das hiesige Haustier, Bun, ein Nashornvogel der als Jungtier den Flügel gebrochen hatte und von den Betreibern aufgenommen und geheilt wurde. Bun hatte großen Spaß daran Dinge zu stehlen, Holzbänke mit seinen Schnabel zu durchstehen und rumzuschreien, er machte uns am Anfang ein bisschen Angst mit seinem riesen Schnabel.
Einkriechender Wattebausch? Nee, eine Flauscheraupe!
Währenddessen fegte jemand am Strand gut eine halbe Stunde einen Stein, immer denselben Stein. Als wir gingen fragten wir wieso er den Stein fege und mit einem breiten, erfreuten Grinsen versicherte er uns "to make it look beautiful".
Alles war eine sehr schwere Entscheidung, es gab so viele schöne Bungalows an diesem Strand. Wir reservierten nicht bei Archampan, sondern einen direkt am Strand, neben der Hippie Bar. Wieder in unserem Luxus Bungalow angelangt änderten wir aber den Plan und entschieden uns noch eine Nacht länger zu bleiben. Am nächsten Morgen machten wir uns auf den anderen Bungalow abzusagen. Sie sagte es sei kein Problem, also bestellten wir im Restaurant dort noch eine Portion gutes Süß-Sauer. Saulecker, bis Vicky das Gesicht verzog und auf ein dickes, durchgekochtes Insekt im Essen hinwies. Es könnte eine große Wespe gewesen sein. Leicht aufgeplatzt und das durchgekochte Eiweiß schaute aus seinem Bauch heraus. Als wir die Köchin darauf hinwiesen sagte sie nur "Oh-Hahaha small fly hahaha". Vicky hatte es aber trotzdem den Appetit verdorben und Sie bestellte ein anderes Essen, fragte die Köchin aber diesmal ob sie vor dem Kochen nochmal nachschauen könnte. Seitdem war die Köchin sehr beleidigt, wirkte unfreundlich und servierte nur eine Kinderportion wie wir einige male feststellen mussten, bis wir einsahen hier nicht mehr willkommen zu sein.
Damit hatten wir genug von diesem Hostel und gingen zu Archampan um dort für den nächsten Tag einen Bungalow zu buchen. "Welcome to Payam Paradise" hörten wir schon von weitem und sahen den zotteligen Hippie am Strand arbeiten. Archampan war also dieser lustige Vogel vom Pier. Er war gerade mit ein paar Leuten dabei sein Hostel zu erweitern, nicht um einen Bungalow, sondern um eine Holzplattform im Sand um von dort Nachts die Sterne zu beobachten. Auf demselben Stein, der einen Tag zuvor liebevoll gefegt wurde. Für den nächsten Tag war ein Bungalow (8€!) auf erhöhten Stelzen mit Balkon und Strandblick frei, den wir uns umgehend schnappten.
Archampan war vor 30 Jahren mit der Erste, der hier eine Bungalowanlage betrieb. Ihm gehört ein großes Gebiet im Norden der Bucht, hier stehen seit Ewigkeiten seine sechs selbstgezimmerten Bungalows (so wirken sie auch). Dazu hat er ein großes Areal mit Urwald und einen Garten, in dem er allerhand Früchte anbaut, aber nicht für sich, sondern für die Tiere aus der Umgebung. So kommt es auch, dass morgens lautes Klopfen zu hören ist, wenn die Affen aus dem Urwald kommen, sich die Nüsse von den Bäumen schnappen und eifrig anfangen sie mit Steinen zu knacken. Endlich mal keine Bettelaffen. Das ist auch der Grund warum Niemand etwas mit Archampan zu tun haben will, er verkauft seit langem sein Land nicht und baut auch kein größeres Hostel. Die seltenen Nashornvögel wohnen hier direkt um einen herum, es gibt ein dickes Wildschwein (ist uns quasi verborgen geblieben) und wie beschrieben reichlich Affen. Clevererweise ist der Bungalow einfach oben offen, die Wand reicht nicht bis zur Decke. Wir kamen damit auch in den Genuss von Ratten die uns Nachts wachhielten und unser Essen plündern, reichlich Spinnen und dicken Geckos.
Am Strand findet Nachts eine wahre Party von Einsiedlerkrebsen statt, so putzige Gesellen!
Da Archampan hier als eine Art "Wunderheiler" gilt wies er uns auch in seine Geheimnisse ein, beispielweise dass man einfach alle giftigen Pilze essen kann solange man eine Prise "Turtle Head" dazu gibt... Wir haben keine Pilze im Restaurant bestellt...
Damit hieß es für die Tage sandburgbauen, wandern, rumliegen und das Meer und die Sonne genießen.
Abends hatte das Meer mit seiner Flur zugeschlagen:
Kleine Strände in der Nähe:
Einen Ausflug machten wir zur Bird-Bar, auf dem Weg ging unser Wasser aus, naja kein Problem wir sind ja bald bei der Bar.
Also Ko Phayam ist super für alle die Ruhe, Strand, Natur und sogar ein bisschen Party mögen.
